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Fa Jin -
Terminologie und Grundprinzipien der Anwendung (Fa) innerer Kraft (Jin)

Die expandierende, füllende (Peng) Kraft des Qi, der ununterbrochene Prozess des Loslassens (Song) und das Streben nach dem Zentralen Gleichgewicht (Zhong Ding) sind grundlegende Konzepte, die in den inneren Kampfkünsten und insbesondere im Tai Chi (Taijiquan), eine zentrale Rolle spielen. Diese drei Elemente zusammen schaffen einen Zustand des Seins, in dem Körper und Geist vollständig im Einklang miteinander sind – ein Zustand, der auch als „Zentrale Harmonie“ (Zhong He) bezeichnet wird.

Peng (Jin) und die Kraft der Ausdehnung:
„Peng“ bezeichnet die Fähigkeit, das Qi (die Lebensenergie) zu aktivieren und auszuweiten. Diese Kraft ist nicht nur eine physische, sondern auch eine energetische Ausdehnung, die den gesamten Körper durchströmt. Sie erzeugt eine starke, aber weiche Energie, die im Taijiquan sowohl in der Bewegung als auch in der Stille spürbar ist. Sie ermöglicht es, einen äußeren Widerstand mühelos zu „halten“ oder „abzuwehren“, ohne dass der Körper in seiner Struktur zusammenbricht.

 

Song – Loslassen und Entspannen:
„Song“ bedeutet, den Körper zu entspannen und jede unnötige Anspannung zu entfernen, sei diese auch noch so klein.

Song ist der kontinuierliche Prozess des interozeptiven Loslassens, bei dem der Körper in einen Zustand der Offenheit und Flexibilität versetzt wird. Wenn der Körper „loslässt“, fließt das Qi effizienter, und der Körper kann mit der richtigen Haltung und Struktur auf Veränderungen und Angriffe reagieren, ohne sich selbst zu blockieren.

 

Zhong Ding – Zentrales Gleichgewicht:
Das „Zentrale Gleichgewicht“ bezieht sich auf eine stabile, ruhige Mitte, die es dem Körper ermöglicht, sich in alle Richtungen zu bewegen, ohne seine Struktur oder Ausrichtung zu verlieren. Zhong Ding erzeugt nicht nur eine physische Balance, sondern auch eine geistige Ausgeglichenheit. Dies ist der Zustand, in dem der Körper sowohl weich als auch stark ist und in dem alle Bewegungen kontrolliert und fließend sind.

 

Zhong He – Zentrale Harmonie:
Die Zentrale Harmonie ist der Zustand, in dem diese drei Prinzipien – Peng, Song und Zhong Ding – im Einklang miteinander wirken. Der Körper ist sowohl stabil als auch flexibel, die Bewegungen sind präzise und gleichzeitig harmonisch. In diesem Zustand ist der Körper im „Fluss“ mit der Energie, und jede Bewegung ist ein Ausdruck dieser inneren Harmonie.

 

Resultate

1) Koordinierte Bewegung und mühelose Kraft:
Diese Prinzipien führen zu Bewegungen, die äußerst subtil und gleichzeitig präzise sind. Der gesamte Körper arbeitet zusammen, jede Muskelgruppe und jede Bewegung ist perfekt aufeinander abgestimmt. Diese inner- und ganzkörperliche Koordination sorgt dafür, dass die Bewegungen nicht nur effektiv, sondern auch effizient sind. Die Energie wird in alle Richtungen verteilt, was eine omni-direktionale Balance schafft, die es dem Körper ermöglicht, flexibel und adäquat auf jede äußere Veränderung zu reagieren.

2) Die Mobilisierung des Chi und die Entwicklung außergewöhnlicher Kraft:
Das „Jin" (innere Kraft) wird durch das Bewusstsein (Yi) in Pfade, Punkte im eigenen Körper, in den Partner oder den Raum gelenkt, um Kraft mit besonderen Qualitäten zu erzeugen. Das Jin wird zugänglich, wenn der Körper den Prinzipien gemäß ausgerichtet und entspannt wird und auch der Bewusstseinszustand in einen ausgeglichenen Zustand geführt wurde. Es passt sich flüssig-dynamisch an die Bewegung und die physische Kraft des Gegners oder des Übungspartners an, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

3) Die „magische“ Kraft der Transformation:
Die resultierende „Magie der inneren Kampfkunst“ ist die Fähigkeit, mit minimalem physischem Einsatz und Konzentration eine enorme Kraft zu erzeugen. Dies ist kein Mythos, sondern eine Beschreibung der inneren Kraft in den Kampfkünsten. In den klassischen Schriften des Taijiquan wird dies als die Fähigkeit beschrieben, mit nur 200 Gramm (etwa 4 Teelöffel) eigenem Druck einen Druck von 1000 Pfund (ca. 600 kg) zu überwinden. Dies bedeutet nicht, dass man tatsächlich mit so wenig Aufwand eine derartige Last heben könnte, sondern dass man mit minimalem Energieaufwand die gesamte innere Kraft mobilisieren kann, um eine viel größere äußere Kraft zu überwinden. Die Transformation des Qi ermöglicht es, dass die eigene Energie so effizient und gezielt eingesetzt wird, dass sie die stärkste physische (externe) Kraft des Gegners übertreffen kann.

 

Zusammengefasst bedeutet dies, dass durch die richtige Kombination von Peng, Song und Zhong Ding im Einklang mit der Zentralen Harmonie (Zhong He) ungewöhnliche Fähigkeiten entwickelt werden – nicht nur im physischen Sinne, sondern auch in der Fähigkeit, Energie zu lenken und die Bewegungen des Körpers in höchster Präzision auszuführen. Die wahre „Kraft“ im Taijiquan ist daher eine subtile, aber mächtige Form der Energie, die aus einem tiefen Verständnis des Körpers, seiner inneren Mechanismen und des Zusammenhanges von Körper und Geist resultiert. (Andreas Brandl, 2025)

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